Die Folgen des Uranabbaus
Atomkraftwerksbetreiber stellen sich in großen Anzeigen gerne als Produzenten “sauberer” Energie hin, da AKWs relativ wenig Kohlendioxid erzeugt. Das wars dann aber schon mit der “Sauberkeit”, denn bereits die Gewinnung des AKW-Brennstoffs Uran führt zu schwerwiegenden Umwelt- und Gesundheitsschäden. Der Uranabbau verursacht riesige Abraumhalden und überdimensionale Absetzbecken mit radioaktivem Inhalt. Darin ist noch ca 80 Prozent der ursprünglichen Radioaktivität des Gesteins enthalten. Der radioaktive Staub wird durch den Wind kilometerweit verbreitet, Leckagen der Absetzbecken verseuchen Grundwasser und Flüsse.
Der Abbau von 1 kg Natururan hinterlässt durchschnittlich 1 Tonne mit Radionukliden und Schwermetallen verseuchten Abraum. Langfristig wird die Abraummenge jedoch noch viel mehr ansteigen, da die Vorkommen mit hohem Gehalt an Uranerz bald ausgeschöpft sind.Um die Dimensionen zu veranschaulichen: Man benötigt 2 Tonnen Natururan, um in einem ersten Verarbeitungsschritt 1 kg yellowcake (den Ausgangsstoff für die Brennelementeherstellung) zu erhalten.
Der Dokumentarfilmer Joachim Tschirner hat mit Yellowcake einen sehr gut recherchierten Film zur Uranerzgewinnung gedreht, der sich zunächst mit den ehemaligen ostdeutschen Uranminen der Wismut beschäftigt. Anschließend führt sein Weg zu den größten Uranminen der Welt nach Namibia, Australien und Kanada.
Der Film leistet einen wertvollen Beitrag dazu, die jahrzehntelange Vertuschung des dunkelsten Aspektes der Atomwirtschaft aufzubrechen.
Woher stammt das Uran für die deutschen Atomkraftwerke?
Wer das herausfinden möchte, stößt auf eine Mauer des Schweigens und Vertuschens..Angeblich ist den AKW-Betreibern hierzulande selber nicht bekannt, wo der Brennstoff für ihre Reaktoren herkommt - das ist wenig glaubwürdig..
Die ärzteorganisation IPPNW hat hierzu aufwändige Recherchen betrieben und einen detaillierten Bericht zusammengestellt. Ergebnis: Es ist nicht möglich, die Herkunftsländer für Natururan, das für deutsche AKWs bestimmt ist, genau zu benennen. Man kann nur – durch statistisches Material untermauerte – Mutmaßungen anstellen. Denn auch die Bundesregierung hüllt sich überwiegend in Schweigen.
IPPNW kommt jedoch durch Auslegung des dürftigen Datenmaterials zu folgender Schlussfolgerung:
Die Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen in den Abbauländern „und die langjährige Analyse der Uranlieferländer für deutsche Kernkraftwerke lassen vermuten, dass Deutschland auch zukünftig nicht in der Lage sein wird, seinen Uranbedarf aus politisch stabilen Staaten zu decken. Wer also innerhalb Europas Atomkraftwerke betreibt, ist verantwortlich für Umweltzerstörungen und Gesundheitsschäden durch den Uranabbau in den Abbauländern.“
„Kontraste“ zeigte einen
sehenswerten Beitrag über Uran f¨r deutsche AKW. Auch dem ARD-Magazin wurde die Auskunft verweigert. Es hat jedoch Belege dafür, dass Deutschland früher Anteile an der AREVA-Mine im Niger hatte und die Bundesregierung den Uranabbau dort gefördert hat.

Die
“Initiative Strahlendes Klima" hat bereits zwei Filme über die verheerenden Auswirkungen des Uranabbaus gedreht:
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Im Jahr 2009 den Film Uranium – is it a country?, der über den Uranabbau in der Wüste Australiens berichtet und den Weg vom Natururan bis hin zum fertigen Brennstoff beschreibt.
- "Auf Augenhöhe", ein 11-minütiger Kurzfilm: Indigene AktivistInnen aus dem Niger, Namibia und den USA erzählen über ihr Leben mit den tödlichen Hinterlassenschaften des Uranabbaus.
Uranabbau durch Areva im Niger
Der französische Konzern AREVA, der auch eine große Niederlassung in Erlangen hat, baut seit Jahrzehnten im Niger Uran ab. Dabei setzt AREVA ihre Arbeiter menschenverachtenden Arbeitsbedingungen aus und begeht schlimmste Umweltverbrechen, die verheerende Auswirkungen auf die im Umkreis lebenden Menschen haben.
Ende 2009 stellte Greenpeace bei
Messungen in Akokan (Niger) stark erhöhte Strahlung in den Straßen der Stadt fest. Diese Messungen wurden später
von AREVA bestätigt.
Greenpeace International hat dazu einen
Report erstellt..
Auch der
"Spiegel" beschäftigt sich in einem ausführlichen Beitrag mit den Aktivitäten von AREVA im Niger und führte ein Interview dazu mit
Greenpeace-Expertin Rianne Teule.
Hintergrundartikel des OnlineReports (Schweiz)
Uranabbau in Indien
Ungefähr 70 Prozent der weltweiten Uranvorkommen befinden sich in Gebieten, in denen indigene Völker leben. Diese Menschen sind besonders von den ökologischen Auswirkungen des Uranabbaus betroffen, da er ihre Lebensgrundlagen zerstört.
Die
Gesellschaft für bedrohte Völker setzt sich unter anderem für die vom Uranabbau bedrohten Ureinwohner in Indien ein.
Greenpeace führte ein
Interview mit einem indischen Aktivisten.
Auf dem Baseler IPPNW-Weltkongress im August 2010 wurde eine Resolution verabschiedet zur Ächtung des Uranabbaus und der Herstellung von Yellowcake.
Website mit umfangreiche Infos zum Uranabbau und seinen Folgen - vor allem für indigene Völker.
Das Uran wird knapp
Neue Berichte der europäischen und internationalen Kontrollbehörden zeigen: Der Brennstoff der Atomkraftwerke ist weder sicher, sauber, noch reichlich:
Frankfurter Rundschau vom 8.8.2010
Uranstory
Greenpeace Schweiz erklärt in der
Uranstory mit Filmen und Hintergrundinfos den gesamten Weg des AKW-Brennstoffs Uran: Vom Abbau über die Anreicherung bis zur Nutzung im AKW und schließlich zum Atommüll.
Uranium-Network
Eine umfangreiche Datenbank zum Uranabbau in einzelnen Ländern, Filmen und Hintergrundinfos findet sich beim
Uranium-Network.
WISE Uranium Project
Einen Newsticker zu aktuellen Meldungen und umfangreiche Hintergrundinfos zum Uranabbau gibt es beim
„Uran-Projekt“ das Teil der internationalen Organisation WISE (=World Information Service on Energy) ist. Alles auf englisch.
Nuclear-Free Future Award
Die enge Verbindung zwischen Uranabbau und dem Schicksal indigener Völker ist eines der Hauptthemen des
Nuclear-Free Future Awards, der fordert: "Das Uran muss in der Erde bleiben!"