Was tun wir für die Begrenzung der Klimaerwärmung?

Damit Länder wie Nicaragua (siehe unten) bewohnbar bleiben, ist es dringend notwendig, dass wir in den Verursacher-Ländern von unserem hohen CO2-Ausstoß herunterkommen. Das heißt vor allem: Aus der Kohleverstromung aussteigen, die Energiewende vorantreiben, eine Verkehrswende einleiten und weniger konsumieren. Das wird jedoch nur durch eine Veränderung unseres Wirtschaftssystems, das auf ständiges Wachstum ausgerichtet ist, funktionieren.
Während die deutsche Regierung den Klimaschutz mehr hintertreibt als fördert, ist die Zivilgesellschaft schon lange aktiv. Sie setzt die Energiewende gegen alle Blockadeversuche um und kämpft für einen Kohle-Ausstieg. Es hat sich eine Klimabewegung von unten gebildet, die immer größer und vielfältiger wird.

Im persönlichen Bereich werden wir jedoch nicht darum herumkommen, auf manches zu verzichten, wenn es uns wirklich ernst ist mit Klimaschutz. Wenn wir unseren Lebensstil mehr und mehr auf ein für die Erde verträgliches Maß ausrichten wollen, mündet das zwangsläufig in der Frage: Was brauche ich unbedingt und was nicht.

In Deutschland beträgt der durchschnittliche, jährliche CO2-Ausstoß pro Person 11 Tonnen CO2. Für die Erde noch gerade tolerierbar wären 2,5 Tonnen. Mit Hilfe eines CO2 - Rechners kann man sich einen guten Überblick über den eigenen CO2-Ausstoß verschaffen und auch gleich sehen, in welchen Bereichen Einsparungen besonders wirkungsvoll sind.


Tipps für den Alltag vom Umweltbundesamt: Wo Klimaschutz am meisten bringt

Agentur für Erneuerbare Energien: Sieben Wege, um das eigene Klimakonto zu entlasten
Ein paar Vorschläge vom Energiewendebündnis:

Klimapartnerschaft zwischen Nürnberg und
San Carlos (Nicaragua)

Arbeitstreffen Klimapartnerschaft in San Carlos
Bereits seit 1985 besteht eine lebendige Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und der an der Südgrenze Nicaraguas gelegenen Kleinstadt San Carlos.

Die beiden Partnerstädte beteiligen sich seit 2012 an dem vom Entwicklungshilfeministerium finanzierten Projekt 50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015. Ziel ist es, dass beide Kommunen gemeinsam Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen entwickeln und umsetzen.

Im Nürnberger Projektteam, das aus VertreterInnen verschiedener städtischer Institutionen und zivilgesellschaftlicher Organisationen und Einzelpersonen besteht, ist auch das Energiewendebündnis vertreten.

Negative Auswirkungen des Klimawandels in Nicaragua:

Während sich die Auswirkungen des Klimawandels in Nürnberg noch in Grenzen halten, haben sie in Nicaragua für die Bevölkerung des zweitärmsten Land Lateinamerikas leider bereits gravierende Ausmaße angenommen.

Petition für Naturschutzgebiet Los Guatuzos im Gebiet von San Carlos

Papaturro In der Avaaz-Petition (spanisch) geht es um den ausgetrockneten Fluss Papaturro im Grenzgebiet zu Costa Rica, der wegen des Klimawandels, El Niño und dem Reisanbau in Costa Rica ausgetrocknet ist. PapaturroDas ist für die Natur zerstörerisch, weil die Feuchtgebiete von Los Guatuzos, die eine große Artenvielfalt aufweisen, austrocknen. Und für die Bewohner des Gebiets ist es untragbar, da es der einzigste Weg in die Stadt ist. Mit dem Boot wird ALLES transportiert. Heute müssen sie mit ihren oft schweren Lasten zu Fuß einen Kilometer durch den Dschungel zurücklegen. Mit dieser Petition werden die Regierungen von Nicaragua und Costa Rica aufgefordert, das Problem endlich zu lösen.
Die Fotos stammen von unserer Reise 2014, als der Fluss gerade noch eben befahrbar war.

Laut Klima-Risiko-Index von German Watch gehört Nicaragua zu den 10 Staaten, die während der letzten 20 Jahre am stärksten von extremen Wetterereignissen betroffen waren (Rang 4!). Wichtige Klimaschutz- und anpassungsmaßnahmen der nicaraguanischen Regierung sind die Wiederaufforstung - vor allem in Wassereinzugsgebieten und an Flussufern, die Förderung der Erneuerbaren Energien und Umweltbildung der Bevölkerung.

Die wichtigsten Projekte der Klimapartnerschaft:

Im Februar 2014 besuchte eine vier-köpfige Delegation aus Nürnberg San Carlos, um vor Ort gemeinsam mit den Vertretern der nicaraguanischen Partnerstadt einzelne Projektideen zu überprüfen und ein Handlungsprogramm fertigzustellen, das während der nächsten Jahre umgesetzt werden soll.
Dokumente zur Klimapartnerschaft beim Amt für Internationale Beziehungen

FUPROSOMUNIC - Solarprojekte für nicaraguanische Frauen

Solarherd Unabhängig von der Klimapartnerschaft besuchten zwei Nürnberger Delegationsmitglieder in Granada das Solarprojekt der Frauen von FUPROSOMUNIC. In mehreren nicaraguanischen Orten sind Gruppen der Solarfrauen vertreten, die Solar-Kochherde, PV-Anlagen, Solartrockungsanlagen für Früchte und effiziente Holzherde bauen. Außerdem ist ein Solarbildungszentrum in Catarina (bei Granada) geplant.
Wir waren vor allem an den Solarherden interessiert. Cristina Bermudez Hurtado von FUPROSOMUNIC, die für Granada verantwortlich ist, erklärte uns die Funktion und den Gebrauch eines Solarherdes bei Fatima, die den Herd seit einem Monat in Gebrauch hatte. Fatima war sehr zufrieden damit.
Solarkocher2 Die Solarkocher sind einerseits wie Kochkisten sehr gut isoliert. Zusätzlich bringt die Sonneneinstrahlung durch die oben aufliegende Glasscheibe den Inhalt zum Kochen. Ein Topf Bohnen benötigt drei bis vier Stunden, Reis drei Stunden Kochzeit. Dabei kommt es natürlich auch auf die Sonneneinstrahlung an - bei bedecktem Himmel greifen die Frauen auf den Holzherd zurück.
FUPROSOMUNIC bildet für an den Solarherden interessierten Frauen kleine Gruppen, in denen sie die Herde gemeinsam bauen. Material stellt FUPROSOMUNIC zur Verfügung und betreut auch die einzelnen Frauen danach weiter.
Gegründet wurde die Organisation 2004. Sie wird von der Schweizer Stiftung Frauen-Solarprojekt Nicaragua finanziert. 2013 erhielt FUPROSOMUNIC den Energy Globe World Award.