Energiewende, Erneuerbare Energien und Strompreise

Die Bereitstellung von Energie hat ihren Preis, sie ist sehr kostbar. Egal ob aus Erneuerbaren oder fossilen Quellen: Ihre Gewinnung ist aufwändig und stellt immer einen Eingriff in die Natur dar. Daher sollten wir sehr sparsam damit umgehen.

Die Energiewende ist ein sehr lebendiges, kreatives und erfolgreiches Projekt und ist auch dank vieler engagierter BürgerInnen schneller vorangekommen als gedacht. Viele Kommunen und Landkreise sind dabei, sich energieautark zu machen - die Wertschöpfung bleibt größtenteils in der Region. Da sich ein großer Teil der Anlagen der Erneuerbaren im Besitz von BürgerInnen oder kleineren Unternehmen befindet, führen sie zu einer dezentralen und demokratischeren Energieversorgung. Es gibt über 800 Bürgerenergiegenossenschaften, in denen man sich auch mit kleineren Beträgen an der Energiewende beteiligen kann.
Das alte, zentralistische Energiesystem wird durch ein völlig neues System ersetzt. Das braucht Zeit, viele gute Ideen, Engagement und Geld, was jedoch alles langfristig sehr gut angelegt ist.

Intelligentes Wärmenetz in Dollnstein (Altmühltal)

Was die Dänen mit ihrem Smart District Heating ("Clevere Fernwärme") vorgemacht haben, hält jetzt auch mit wenigen Vorreitern in Deutschland Einzug: Ein gut durchdachtes Nahwärmesystem zur Versorgung mit Wärme und Strom auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung und solarer Wärmeerzeugung. Der große Vorteil hierbei: Wärme lässt sich viel besser speichern als Strom.

Der Markt Dollnstein ist ganz vorne mit dabei und hat solch ein intelligentes Nahwärmenetz bereits umgesetzt- hier die ausführlichere Projektbeschreibung.



Die Energiewende hat jedoch auch mächtige Gegner, vor allem die alten Energiemonopolisten aus der Atom- und Kohleindustrie, da die Erneuerbaren ihre bisherige Machtstellung bedrohen und die Profite verderben.
Die Merkel-Regierung war und ist ihnen dabei behilflich, indem sie die Bürger-Energiewende bremst, behindert und unsäglich stümperhaft und lustlos "gestaltet"! Das hat auch der Bundesrechnungshof 2018 festgestellt und dem Wirtschaftsministerium erhebliche Mängel bei der Koordination und Umsetzung der Energeiwende vorgeworfen.
Die SPD setzt traditionell auf klimaschädliche Kohle, da die beiden Energie-Giganten RWE und E.on im ursprünglich SPD-regierten NRW residieren und viele Kommunen dort Anteile an den Unternehmen halten. Horst Seehofer stoppte selbstherrlich den Windkraftausbau in Bayern durch die 10H-Regelung. Mit vielen Veschlechterungen des EEG versucht die Bundesregierung ganz offensichtlich, die Bürger-Energiewende zum Erliegen zu bringen. Wachsamkeit und aktiver Widerstand gegen das Ausbremsen der Erneuerbaren und beherztes Engagement für die Energiewende von unten ist also weiter dringend nötig!

Hemmnisse der Energiewende beseitigen! 100 Prozent Erneuerbare sind nötig zur Klimarettung!

Die Klimakatastrophe kann nur abgewendet werden, wenn die Energieversorgung mit größtmöglichem Tempo auf 100 % erneuerbare Energien umgestellt wird.
Dazu müssen zuerst alle Hemmnisse aus dem Weg geräumt werden:
  1. Weg mit dem 10H-Gesetz!
    Das 10H-Gesetz hat dazu geführt, dass der Zubau von Windkraftanlagen in Bayern praktisch zum Erliegen gekommen ist.
  2. Weg mit der EEG-Umlage für selbsterzeugten regenerativen Strom!
    Für PV-Anlagen über 10 kWp wird für den selbstverbrauchten Strom die EEG Umlage verlangt. Das hindert vor allem Gewerbe und Industrie solche Anlagen zu errichten.
  3. Abschaffen der Ausschreibung für Solar- und Windparks und Wiedereinführung einer garantierten Einspeisevergütung.
    Das zur Ausschreibung vorgesehene Volumen wird nicht ausgeschöpft. Besonders Bürgerenergiegenossenschaften werden durch die aufwendigen Verfahren verunsichert und abgeschreckt. Die angekündigte Kostensenkung (Preis pro kWh) wird nicht erreicht. Die erzielten Preise liegen über den zuletzt gültigen Einspeisevergütungen.
  4. Streichen des „atmenden Deckels“.
    Der „atmende Deckel“, mit dem die Degression der Einspeisevergütung festgelegt wird, wurde von 2500 auf 1900 MW verringert. Der Zubau von PV-Anlagen soll damit begrenzt werden.
  5. Streichen aller offenen und versteckten Subventionen für fossile und nukleare Energie.
    Fossile und nuleare Energie wird immer noch subventioniert, bzw. privilegiert, z.B. auch durch das Bergrecht. Unter dem Deckmantel der „Sicherheitsforschung“ wird die Entwicklung neuer Atomkraftwerkstypen mit Steuergeldern gefördert.
  6. Radikale Verminderung des bürokratischen Wildwuchses und Vereinfachung der entsprechenden Gesetze und Verordnungen für die Energiewende.
  7. Zusätzlich vor allem: Sofortige Einführung einer Abgabe auf CO2!

Warum die Förderung der Photovoltaik so wichtig ist

Das Ziel der ursprünglich teuren Solarstrom-Förderung wurde erreicht: Die anfänglich hohen Kosten sind durch die Massenfertigung stark gesunken.
Der große Vorteil des Sonnenstroms ist, dass er genau dann am meisten Strom liefern kann, wenn der Bedarf am größten ist. Und er hat von allen Erneuerbaren die am stärksten preissenkende Wirkung an der Strombörse (was bisher aber leider nur den Großverbrauchern zugute kommt). Von den heute viel niedrigeren Kosten der Sonnenstromerzeugung profitieren auch Entwicklungsländer, die sich jetzt PV-Strom leisten können.

- Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland vom Fraunhofer Institut ISE

Ungerechte Umverteilung der Stromkosten von Groß- auf Kleinverbraucher

Bereits bei der Einführung des Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2000 hat die rot-grüne Regierung stromintensive Branchen (ca. 600 Unternehmen) von der EEG-Umlage ausgenommen, mit der die Förderung der Erneuerbaren auf eigentlich alle Stromverbraucher umgelegt werden sollte. Die Schwelle, ab der Unternehmen von der Umlage befreit werden, senkte dann die schwarz-gelbe Bundesregierung ab 2012 nochmals massiv herab (von 10 GWh Stromverbrauch pro Jahr auf 1 GWh), wodurch ein noch stärkeres Ungleichgewicht bei der Finanzierung der Energiewende entstand: Privathaushalte, kleinere und mittlere Betriebe bekommen zusätzlich das aufgebürdet, wovor sich immer mehr - oft auch gut verdienende - Unternehmen drücken. Und das, obwohl letztere ja sogar von den Erneuerbaren profitieren, die den Strompreis an der Börse senken.
Gerechter wäre es stattdessen, wenn Menschen mit geringem Einkommen einen Ausgleich erhalten, da sie einen überproportional hohen Anteil ihres Einkommens zur Energiewende beisteuern.
Zusätzlich hat die o.g. Praxis den absurden Nebeneffekt, dass energieeffiziente Unternehmen bestraft werden und manche Firmen ihren Verbrauch künstlich erhöhen, um über die Befreiungs-Schwelle zu kommen.

Korrigiert werden muss auch noch folgender Mechanismus: Die Erneuerbaren Energien sorgen für sinkenden Preise an der Strombörse. Dadurch erhöht sich die EEG-Umlage. Die Industrie, die ihren Strom oft selber direkt vom Erzeuger kauft, profitiert von den fallenden Börsenpreisen - nicht aber Kleinverbraucher.
So darf die Energiewende nicht gestaltet werden! Sie kann nur gelingen, wenn ALLE an den Kosten beteiligt werden!