Energiewende, Erneuerbare Energien und Strompreise

Die Bereitstellung von Energie hat ihren Preis, sie ist sehr kostbar. Egal ob aus Erneuerbaren oder fossilen Quellen: Ihre Gewinnung ist aufwändig und stellt immer einen Eingriff in die Natur dar. Daher darf sie nicht zu billig sein und muss im Preis diesen Wert wiederspiegeln.
Die Energiewende ist seit vielen Jahren im vollen Gange. Vor allem die vielen dezentralen Anlagen der Erneuerbaren, die sich im Besitz von BürgerInnen, Landwirten oder kleinen bis mittelgroßen Unternehmen befinden, führen zu einer demokratischeren und gerechteren Energieversorgung. Das alte, zentralistische und monopolgesteuerten Energiesystems muss durch ein völlig neues Energiekonzept ersetzt werden, Das braucht Zeit, viele gute Ideen, Engagement und Geld, was jedoch alles langfristig sehr gut angelegt ist.
Viele größere Kommunen investieren massiv in den Ausbau ihrer Eigenstromerzeugung; kleinere Gemeinden und ganze Landkreise sind dabei, sich energieautark machen. Die Erneuerbaren haben mittlerweile den Atomkraftanteil bei der Stromproduktion übertroffen.
Sie wirken an der Strombörse preissenkend und verderben den „Großen Vier” Energiemonopolisten die überhöhten Profite. Die Macht der Kohle- und Atomlobby beginnt zu bröckeln - allerdings geschieht dies nicht kampflos: Sie wollen ihre neuen Kohlekraftwerke ans Netz bringen, die garnicht gebraucht werden. Und natürlich ihre alten, abgeschriebenen Atom- und Kohlekraftwerke so lange wie möglich weiterlaufen lassen, obwohl sie durch ihre Inflexibilität überhaupt nicht zum neuen Energiekonzept passen. Also bekämpfen sie die Erneuerbaren mit allen Mitteln. Ihr Einfluss auf die Politik ist leider nach wie vor sehr groß, wie man an den Versuchen der Regierung, die Erneuerbaren abzuwürgen, unschwer erkennen kann.

Lügen und Halbwahrheiten zu den Strompreisen - Kosten und Nutzen der Erneuerbaren

Ungerechte Umverteilung der Stromkosten von Groß- auf Kleinverbraucher


Vom Ursprungsgedanken des Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG), das 2000 von der rot-grünen Regierung eingeführt wurde, sollten die zunächst höheren Kosten für die Energiewende auf ALLE Stromkunden mit Hilde der EEG-Umlage umgelegt werden.
Leider wurden damals schon stromintensive Branchen ausgenommen. Während heute bereits ca. 600 Unternehmen von der EEG-Umlage befreit sind, sollen es ab 2013 jedoch zehn mal so viele sein, da die Schwelle, ab der Unternehmen befreit werden, massiv herabgesetzt wurde. Das heißt: Privathaushalte und mittelständische Betriebe bekommen zusätzlich das aufgebürdet, wovor sich viele gut verdienenden Unternehmen – darunter auch Großkonzerne - dank ihrer Helfershelfer in der Politik drücken dürfen. Der Bund der Energieverbraucher reichte Klage bei der EU wegen „unzulässiger Beihilfe“ ein. Hier geschieht genau das Gegenteil dessen, was nötig wäre: Nämlich Menschen mit geringem Einkommen von der ansteigenden EEG-Umlage zu entlasten!
Befreiung von den Netzentgelten:
Die Bundesregierung hat noch ein weiteres Geschenk für ihre Kundschaft von der Industrie und parat: Heimlich still und leise - lange Zeit auch unbemerkt von Fachleuten - wurde in das Energiepaket vom Sommer 2011 hineingemogelt, dass einige hundert Strom-Großverbraucher ab 2012 auch noch von der Zahlung von Netzentgelten befreit werden. Dies geht wiederum zu Lasten von kleinen und mittleren Betrieben und Privathaushalten.

Deutschland ist nicht auf Atomstromimporte angewiesen

Seit Jahrzehnten findet zwischen europäischen Ländern Stromhandel statt. So auch in Deutschland mit Frankreich, Österreich, Dänemark, Tschechien, Polen, Niederlande, etc.. Da ist natürlich auch Atomstrom z.B. aus Frankreich darunter, der oftmals sehr billig abgegeben wird. Dieser Strom wird also seit Jahr und Tag aus preislichen Gründen von deutschen Stromhändlern gekauft oder durchquert Deutschland als “Transit-Strom”). Seit vielen Jahren ist Deutschland Netto-Stromexporteur , d.h. es exportiert mehr Strom als es importiert. Der Stromimport ist also weder etwas Neues noch notwendig für die Stromversorgung. Es wird aber gerne der Eindruck erweckt, als wäre durch das Abschalten der acht alten AKW eine Stromlücke entstanden, die nur durch ausländischen Atomstrom gefüllt werden könne. So nach dem Motto: Kaum sind unsere “guten, deutschen” AKW abgeschaltet, müssen wir aus “schlechten, ausländischen AKW” Strom beziehen. Dem ist aber nicht so, da es vorher einen großen Strom-Überschuss gab und genug konventionelle Reservekraftwerke vorhanden sind. Die Statistik von 2011 bestätigt das und auch ein Beitrag des Bayerischen Rundfunks vom 28.10.11: “Nicht auf Atomstrom aus Tschechien angewiesen” Die Stromflüsse zwischen den Staaten kann jede/r beim Portal Entsoe nachverfolgen (einfach dort registrieren lassen).

Manipulationen von EnBW während des Atommoratoriums

Nur selten werden Manipulationen der großen Vier Stromerzeuger enttarnt, die durch Abschalten konventioneller Kraftwerke den Eindruck eines Strom-Mangels erwecken können: In Ausgabe 25/11 berichtete der “Stern” von Manipulationen bei EnBW während des Atommoratoriums, die durch den kritischen Aktionär Harry Block auf der Aktionärsversammlung aufgedeckt wurden:
“Dort führt Vorstandschef Villis eine beunruhigende Grafik vor. Sie zeigt die Im- und Exportbilanz der EnBW vor und nach dem Moratorium, bei dem die Altmeiler abgeschaltet wurden. Als noch alle Meiler liefen verkaufte ENBW reichlich Strom ins Ausland. ‘Aus Export wird Import’, verkündet Villis. Jetzt werde auch Strom aus tschechischen Kernkraftwerken importiert. Doch Harry Block weiß es besser. Wegen der Geheimpapiere aus seinem Briefkasten. In seiner Rede fragt Block das Management, mit welcher Auslastung die Kohle- und Gaskraftwerke in der fraglichen Zeit gelaufen sind. Die Antwort ist ausweichend. Block fragt nach und droht mit Klage. Schließlich muss Villis zugeben: Die konventionellen Kraftwerke produzierten 25 Prozent weniger als möglich. Manche Kohle- und Gaskraftwerke wurden tagelang einfach abgeschaltet. Warum? Darauf gab das Management keine Antwort. Doch bei vielen Aktionären blieb der Eindruck: Die Produktion lief mit gebremster Kraft, um bei der Hauptversammlung über Stromimporte aus tschechischen Atomkraftwerken berichten zu können.”