Solares und energieeffizientes Bauen und Sanieren

Das Energiewendebündnis gibt sein jahrelanges Engagement für die Errichtung einer Solarsiedlung in Nürnberg auf, da hierfür ganz offensichtlich der politische Wille fehlt.
Wir freuen uns stattdessen über die Projekte in unserer Nachbarstadt Erlangen.

Fahrt nach Heidelberg mit Führung durch die Passivhaussiedlung "Bahnstadt" im Februar 2014

Bahnstadt Heidelberg Auf 116 ha entstand in Heidelberg auf dem Gelände des alten Rangier- und Güterbahnhofs eine der weltweit größten Passivhaussiedlungen. Mit einem bundesweit einzigartigen Energiekonzept stellte die Bahnstadt die Weichen für einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Umweltressourcen. Bahnstadt Heidelberg 2 Mittelfristig ist die hundertprozentige Versorgung aus regenerativen Energien geplant. Start für die Wohnbebauung war Mitte 2010, 2011 wurde bereits aufgrund der starken Nachfrage die Entwicklung des zweiten Bauabschnitts, die für 2014 bis 2017 geplant war, zeitlich vorverlegt. Bahnstadt Heidelberg 4
Es kamen insgesamt 30 TeilnehmerInnen mit nach Heidelberg, darunter auch Mitarbeiter von Stadtplanungs- und Liegenschaftsamt und ein Stadtrat. Nun geht es darum, ein ähnliches Wohn- und Energiekonzept auch in Nürnberg umzusetzen - eventuell analog zur Vorgehensweise in Heidelberg. Dort wurde von der Stadt eine Entwicklungsgesellschaft gegründet, die das Projekt abwickelt.
Bahnstadt Heidelberg 5 Das aktuelle große Bauprojekt Brunecker Straße bietet die Möglichkeit, in Nürnberg ein ebensolches Vorzeigeobjekt auch in Bezug auf energetische Optimierung (Solarsiedlung/Plusenergie-Häuser) zu realisieren, vorausgesetzt, der politische Wille bei den Verantwortlichen der Stadt ist vorhanden. Im Kontakt mit Verwaltung, Stadträten und der Stadtspitze versuchen wir, das Bestmögliche zu erreichen.
Die Bahnstadt erhielt 2014 den Passive-House-Award.

Stellungnahme des EWB zur geplanten Ökosiedlung in Kornburg Nord

Seit vielen Jahren plant die Stadt Nürnberg zwei Modellprojekte für energieeffizientes Bauen in Kornburg Nord und in der Insterburger Straße in Katzwang. Dort sollten zwei Vorzeige-Siedlungen mit Passivhäsern entstehen. Darauf wurden das Energiewendebündnis immer wieder vertröstet, wenn es den Bau einer Ökosiedlung forderte.
Doch nun zeigt sich nach der öffentlichen Auslegung der Baupläne für Kornburg Nord, dass die Planungen weit hinter den aktuellen Standards für energieeffizientes Bauen zurückliegen. Unsere Kritikpunkte sind in unserer Stellungnahme an das Stadtplanungsamt aufgeführt.
Der Stadtanzeiger berichtete ausführlich über das Bauprojekt Kornburg Nord: Ist Öko-Siedlung bei Kornburg ein Etikettenschwindel?

Vorbildhafte Altbau-Sanierung der wbg in Nürnberg

Die wbg (Wohnungsbaugenossenschaft Nürnberg) hat bereits vor Jahren begonnen, ihren Bestand energetisch zu sanieren. Ein herausragendes Projekt, das auch mit einem Preis ausgezeichnet wurde, ist die Sanierung eines Sechs-Parteien-Hauses aus den 30er Jahren am Jean-Paul-Platz auf Drei-Liter-Standard (das bedeutet einen Energieverbauch von umgerechnet 3l Heizol pro m2 im Jahr). Statt bisher über 20 Liter pro m2 benötigt das Haus jetzt nur noch 3 Liter/m2! Im Jahr 2004 wurden dann zwei Wohnhäuser zu 4-Liter-Häusern umgewandelt. Diese Projekte haben bundesweit Vorbildcharakter.
Es folgten Wohnsiedlungen mit der Optimierung auf 5-Liter-Standard. Bei “Leuchtturmprojekten” sollte es aber nach dem Willen der wbg nicht bleiben - wichtig ist dem Unternehmen eine moglichst zügige Sanierung der großen Masse von Wohnungen. Am Nordostbahnhof wurden z.B. in den letzten Jahren 850 Wohnungen saniert und an das Fernwärmenetz angeschlossen. Insgesamt bringen dort alle Maßnahmen zusammen eine Energieeinsparung von 63%.
Die wbg peilt nach eigenen Angaben an, ihren gesamten Wohnungsbestand im Lauf der nächsten Jahre auf einen durchschnittlichen Energieverbrauch von 7 Litern zu bringen.

Solarsiedlung und energieeffizientes “Bauen mit der Sonne” in Nürnberg

Das Energiewendebündnis versuchte viele Jahre in Nürnberg die Errichtung einer Solarsiedlung vorantreiben und setzte sich für eine energieeffiziente Bauleitplanung ein. Wir haben hierzu mit Politikern, Ämtern, Architekten und Bauträgern Gespräche geführt. Wir stießen zwar häufig auf offene Ohren, doch fehlt es in Nürnberg leider am politschen Willen, das konsequent umzusetzen. Mit der Festlegung für städtische Bauten auf Passivhausstandard (Ende 2009) ist zwar schon ein großer Schritt getan - doch fehlt es an mutigen Vorgaben für die Bauleitplanung.


Unsere bisherigen Aktivitäten:

Um den Verantwortlichen der Stadt und Interessierten einen Impuls zu geben, luden wir gemeinsam mit dem Nürnberger Evangelischen Friedensforum im September 2007 den Freiburger Solararchitekten Rolf Disch zu einem Vortrag “Bauen mit der Sonne” ein.
Die Veranstaltung, die mit 130 TeilnehmerInnen sehr gut besucht war, gab wichtige Anstoße dafür, in Nürnberg auch endlich in die Gänge zu kommen, um energieeffizientes und solares Bauen in großerem Ausmaß zu realisieren. Rolf Disch zeigte auf, dass mit Mut und Beharrlichkeit sehr viel moglich ist, sofern man solares Bauen wirklich will. Das hat er wiederholt und gegen viele Widerstände in Freiburg bewiesen. Warum sollte das daher in Nürnberg nicht auch moglich sein?
Kontakt für Interessiert an einer Solarsiedlung: Barbara Geier-Häckh: 0911/ 55 11 41

Das Energiewendebündnis besuchte mit 30 interessierten NürnbergerInnen in Freiburg das "Sonnenschiff" und Wohngebäude der Solarsiedlung von Rolf Disch


Nach dem Vortrag des Solararchitekten Rolf Disch im September 2007 besuchte das Energiewendebündnis im März 2008 mit knapp 30 interessierten Gästen dessen bekannte Solarsiedlung und sein Wohnhaus - das Heliotrop - in Freiburg. Bei einer umfangreichen Führung durch das Sonnenschiff und die Wohnblocks der Siedlung, in denen seit 2000 60 Wohneinheiten entstanden sind, konnten viele offene Fragen zur Umsetzung eines solchen Wohnprojektes geklärt werden. Das Bündnis ist sich sicher, dass ein ähnliches Pilotprojekt in der Stadt Nürnberg Solarsiedlungmoglich ist.

Plusenergiehaus - ein energetisch einzigartiges Konzept

Die Solarsiedlung Freiburg ist durch die frühe und innovative Gründung mittlerweile international bekannt geworden. Die Nürnberger waren überrascht, als sie während der Führung erfuhren, dass die Häuser sogar einen bis zu 20% niedrigeren Energiebedarf aufweisen als es der Passivhaus-Standard vorsieht. Besonders beeindruckend ist die Idee des Plusenergiehauses, das neben dem energetisch günstigen Passivhaus noch zusätzlich Energie erwirtschaftet und ins Stromnetz einspeist. „Seit Einführung des EEGs kassieren die Bewohner eines Wohnblocks jährlich bis zu 5.000 Euro“, so erläuterte Herr Kauth, Mitarbeiter des Architekturbüros, bei der Führung weiter.

Nürnberger Stadtpolitiker zeigten sich begeistert

Nachdem die Teilnehmer, die u.a. aus Stadtpolitiker, Naturschutzverbänden und Fraktionsvorsitzenden bestanden, über die Geschichte und die Entstehung der Siedlung erfuhren, diskutierten sie über Chancen, Finanzierungs- und Umsetzungsmoglichkeiten eines ähnlichen Projektes in Nürnberg. Auch Umweltreferent Dr. Peter Pluschke, der ebenfalls an der Reise teilnahm, zeigte sich angetan über das frühe Engagement von Rolf Disch und den Investoren der Siedlung. „Um so ein ähnlich gutes Projekt in Nürnberg zu realisieren, benotigen wir vor allem engagierte Investoren“, so seine Meinung.