Der Atomkonzern AREVA
Areva ab 2012 voraussichtlich nicht mehr Haupt- und Trikotsponsor!

Bei der Aufsichtsratsitzung des 1. FC Nürnberg am 9.10.2011 erklärte Club-Vorstand Ralf Woy, dass er nicht glaubt, “dass Areva auf dem Trikot oder als Großsponsor weitermacht”. Er habe entsprechende Signale von Areva erhalten
(Nürnberger Nachrichten).
Eine weise Entscheidung, findet das Energiewendebündnis, denn der Club und tödliche Atomgeschäfte passen nicht zusammen. Und: Dann kann man endlich wieder ins Stadion gehen!
Protestaktion gegen Club-Sponsor Areva
Am 30.3.11 protestierten Greenpeace Nürnberg, Energiewendebündnis und Mütter gegen Atomkraft vor der Geschäftsstelle des 1. FC Nürnberg gegen den Club-Hauptsponsor Areva. Wir forderten, dass der Club seinen Vertrag mit dem Atomkonzern beendet und nicht länger seinen guten Namen dafür hergibt, Werbung für diese hochgefährliche Technik zu betreiben. Mehr dazu in unserer
Pressemitteilung
Unser Bündnis hat am 4. April 2011 einen
offenen Brief an die beiden Club-Vorstände Bader und Woy geschrieben, in dem wir den Vorstand dazu auffordern, den Sponsoren-Vertrag mit Areva zu beenden.
Die Nürnberger Zeitung zur Veranstaltung Der Club und Areva - Sponsoring um jeden Peis?, auf der ausführlich über die verheerenden Schäden durch den Uranabbau berichtet wurde: “Der Club kneift - der Fan schaut weg”
Der Atomkonzern AREVA
Areva ist der weltweit größte Atomkonzern und gehört mehrheitlich dem französischen Staat. Das Unternehmen deckt den gesamten Brennstof-Zyklus ab: Vom Uranabbau, über die Fertigung von Brennelementen und den Bau neuer Atomkraftwerke (wie z.B. den EPR) bis hin zur sogenannten Wiederaufbereitung.
In Erlangen sitzt die Deutschlandzentrale von Areva NP – einem von Areva und Siemens gegründeten Gemeinschaftsunternehmen mit 3500 Mitarbeitern. Das Unternehmen baut u.a. den europäischen Druckwasserreaktor EPR im finnischen Olkiluoto , dessen Errichtung allerdings große finanzielle und technische Probleme bereitet und der schon seit 2009 in Betrieb sein sollte. Siemens ist – wohl auch wegen des Desasters EPR – aus dem Gemeinschaftsunternehmen ausgestiegen.
Negative Schlagzeilen machte Areva vor allem durch Umweltverbrechen in Niger, wo der Konzern Uran abbauen lässt, die Wiederaufbereitungsanlage in La Hague und die Verschiebung von Atommüll nach Sibirien:
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Verheerende Folgen des Uranabbaus durch Areva in Niger: siehe unter “Uranabbau”
Atommüll-Aufbereitungsanlage La Hague:
Dort werden täglich große Mengen von flüssigem Atommüll in den Atlantik geleitet – völlig legal. Auf youtube ist ein Filmausschnitt einer Arte-Dokumentation "Albtraum Atommüll" über die Atommüll-Aufbereitungsanlage La Hague zu sehen, die von Areva (früher Cogema) betrieben wird.
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Atommüll-Verschiebung nach Sibirien:
Obwohl das illegal ist, verfrachtet Areva Teile ihres Atommülls nach Sibirien. Auch dies kam durch die o.g. Arte-Doku ans Tageslicht und wurde von der Nürnberger Zeitung aufgegriffen.
Greenwashing / Verlogene Werbung
In ihrer Werbung stellt sich Areva gerne als Klimaschützer und daher “sauber” dar. Das ist eine sehr zynische Aussage, wenn man sich zum Beispiel nur die radioaktive Verschmutzung von Menschen und Umwelt in den Uranabbaugebieten anschaut.
Areva erweckt in ihrer Werbung den Anschein, sehr stark in die Erneuerbaren Energien zu investieren. Dass das nicht stimmt, beweist ein Blick auf die Zahlen: Nach eigenen Angaben beträgt der Anteil der Erneuerbaren am Gesamtumsatz des Konzerns im Jahr 2011 ganze drei Prozent!
Der Slogan “Areva ist Solarenergie” ist dabei der absolute Spitzenreiter der Verlogenheit, denn - nach eigene Angaben - beträgt der Solar-Anteil innerhalb der Erneuerbaren sage und schreibe 6,4 Prozent! Vom Gesamtumsatz sind das dann 0,2 Prozent!

Auch auf der Banden-Werbung im Frankenstadion wird von Areva behauptet, Atomstrom wäre CO2-frei, was einfach zu widerlegen ist, denn schon allein der Uranabbau erzeugt einiges an Treibhausgasen, deren Höhe je nach Abbaugebiet schwankt.
Areva finanziert auch
Grundschullehrer-Fortbildungen des Bildungsanbieters “Science Lab”zum Thema “Energie und Elektrizitätsgewinnung”, die von vielen Lehrern im Raum Erlangen besucht werden. Der genaue Inhalt ist uns nicht bekannt - Bildung muss jedoch frei von Konzerninteressen sein!
Hintergründiges zum Thema Atom
Studie zu Kinderkrebs in der Nähe von Atomkraftwerken (KiKK-Studie)
Ende 2007 wurden die Ergebnisse einer epidemologischen Studie des Mainzer Kinderkrebsregisters veröffentlicht. In Auftrag gegeben wurde diese Studie vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Diese sehr fundierten Untersuchung kam zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit für ein Kind an Krebs (v.a. Leukämie) zu erkranken steigt, je näher es an einem Atomkraftwerk wohnt. Dieses alarmierende Ergebnis bezieht sich auf alle AKW-Standorte und kommt - laut BfS-Chef König - nicht durch die bereits bekannte Häufung von Leukämiefällen von Kindern in der Nähe vom AKW Krümmel (Geesthacht) zustande.
An dem Ergebnis gibt es keine Zweifel, es wird auch von niemandem bestritten.
Von den zuständigen Institutionen wird jedoch nun behauptet, dass man zwar nicht weiß, woher diese wundersamen Ergebnisse kommen, aber ganz bestimmt NICHT von der ionisierenden Strahlung, die -auch im Normalbetrieb - über den Kamin in die Umwelt gelangt. Denn diese Strahlung liege ja unterhalb der zulässigen Grenzwerte. Dass aber diese Grenzwerte unter anderem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten festgelegt wurden und sich auch nur auf erwachsene Männer beziehen, fällt unter den Tisch. Das ist in höchstem Maße unseriös und extrem fahrlässig gegenüber der Gesundheit der Kinder.
IPPNW erklärt in einem Kurzfilm Wirkung und Zusammenhänge der aus AKW stammenden radioaktiven Isotope im Körper des Embryo.
Weiterführende Infos hierzu beim Physiker
Dr. Alfred Körblein, der in den 90er Jahren eine Studie zur Krebshäufigkeit um bayerische Atomkraftwerke veröffentlichte, und bei den Ärzten gegen Atomkraft
IPPNW.
Auch in Frankreich erkranken mehr Kinder im Umkreis von Atomkraftwerken an Leukämie!
IPPNW zur französischen Kinderkrebsstudie
Völlig unzureichende Deckungssumme für Reaktor-Katastrophen – keine Haftpflichtatomkraft
Im Falle eines GAUs (größter anzunehmender Unfall) könnten die betroffenen BürgerInnen nicht einmal annähernd entschädigt werden, da die Deckungssumme nur 2,5 Milliarden € beträgt. Nach Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums, das von einer Schadenssumme über 5000 Milliarden € ausgeht, wären nicht einmal 0,1% der Schäden abgedeckt. Den Profit machen also die AKW-Betreiber, das Risiko tragen wir Bürger! Hierzu läuft eine Kampagne unter
atomhaftpflicht.de
Lukrative Geschäfte der AKW-Betreiber mit Rückstellungen für die Endlagerung
Die AKW-Betreiber sind verpflichtet, sogenannte Rückstellungen (das sind keine Rücklagen!) für die Stilllegung ihrer AKWs und für die Entsorgung vieler Tonnen von hochradioaktivem Atommüll anzulegen. Dieses Geld wird jedoch nicht – wie z.B. in Schweden – in einem staatlichen Fonds ihrem Zugriff entzogen, sondern die Betreiber wirtschaften sehr erfolgreich mit diesem Geld, das sie nicht versteuern müssen. So kassieren sie zum einen stattliche Zinsgewinne, oder verwendeten dieses Geld dafür, sich z.B. bei Stadtwerken oder anderen Unternehmen im In-und Ausland einzukaufen. (Verspekulieren sie sich und gehen pleite, ist das Geld für die Entsorgung natürlich futsch!) Schon allein aus diesem Grund zahlt sich für die AKW-Betreiber ein möglichst langer Weiterbetrieb in barer Münze aus, egal ob das AKW an sich wirtschaftlich arbeitet oder nicht.
Da sich die Rückstellungen wettbewerbsverzerrend auswirken, muss dieses Geld dem Zugriff der Betreiber entzogen und in einen staatlichen Stilllegungsfonds überführt werden.